Tier des Jahres 2026: Der Igel — 40% weniger in 25 Jahren
Pro Natura hat den Igel zum Tier des Jahres 2026 erklärt. Das ist selten — und kein gutes Zeichen. Denn die Auszeichnung wird immer dann verliehen, wenn eine Art besondere Aufmerksamkeit braucht. Und die braucht der Igel dringend.
Die Zahlen sind erschreckend
Zwischen 1992 und 2018 ist der Igelbestand in der Schweiz um 40 Prozent zurückgegangen. In einigen Regionen Westeuropas sogar um bis zu 33 Prozent in nur zehn Jahren. 2024 wurde der Igel erstmals auf die Rote Liste der IUCN (Weltnaturschutzunion) als «potenziell gefährdet» gesetzt — ein weltweites Signal.
Dabei war der Igel lange als robust und anpassungsfähig geltend. Was ist passiert?
Warum der Igel verschwindet
1. Verlust von Lebensraum Igel brauchen strukturreiche Gärten mit Hecken, Laub- und Reisighaufen, und durchlässige Grenzen zwischen den Grundstücken. Die moderne Gartentendenz — Schottergärten, kurze Rasenflächen, dichte Metallzäune — macht seinen Lebensraum kaputt.
2. Strassen Igel legen jede Nacht bis zu 3 Kilometer zurück. Strassen sind für sie lebensgefährlich. Viele sterben als Verkehrsopfer — besonders in städtischen Gebieten.
3. Pestizide Der Igel frisst Regenwürmer, Käfer, Schnecken. Wenn diese mit Pestiziden vergiftet sind, überträgt sich das direkt auf den Igel. Dazu kommt: Schneckenkörner sind direkt giftig für Igel.
4. Zu wenig Nahrung Intensive Landwirtschaft und aufgeräumte Gärten bedeuten weniger Insekten, Würmer und Käfer — die Hauptnahrung des Igels.
Was du konkret tun kannst
1. Igeldurchgang im Zaun
Das Einfachste und Wirkungsvollste: Ein Loch von 12 × 12 cm im Gartenzaun. Igel brauchen grosse Streifgebiete — ein einzelner Garten reicht nie. Mit einem Durchgang verbindet dein Garten sich mit dem Netzwerk. Je mehr Nachbarn mitmachen, desto besser.
2. Igelhaus aufstellen
Ein Igelhaus ist kein Tierchen-Spielzeug — es ist ein echter Überwinterungsort. Wichtig: Laubhaufen darüberschichten, an einer ruhigen, schattigen Ecke platzieren, nicht zu früh im Herbst einräumen.
3. Laubhaufen liegen lassen
Herbstlaub in einer Gartenecke liegenzulassen kostet nichts. Für den Igel ist es überlebenswichtig. Er gräbt sich darunter ein und überwintert dort bis März/April.
4. Keine Pestizide, keine Schneckenkörner
Besonders Schneckenkörner auf Basis von Metaldehyd sind für Igel giftig. Igel fressen Schnecken — sie sind deine natürliche Schädlingsbekämpfung. Wenn du sie vergiftest, vergiftest du den Igel.
Der Igel im Garten: Zeichen guter Ökologie
Ein Igel im Garten ist kein Zufall — er zeigt an, dass dein Garten strukturreich, pestizidfrei und gut vernetzt ist. Er ist ein Zeiger für Ökologie, ähnlich wie die Bienen.
Wusstest du? Igel können bis zu 40'000 Flöhe und Zecken auf sich tragen — ohne krank zu werden. Ihr Immunsystem ist beeindruckend robust.
Bio-Hero Challenge
Für das Igelhaus aufstellen gibt es 200 Punkte, für den Igeldurchgang im Zaun 80 Punkte, und für das Laubhaufen liegen lassen 55 Punkte. Alle drei Challenges zusammen machen deinen Garten zum Igel-Paradies — und bringen dir 335 Punkte in der Bio-Hero Rangliste.
Quellen: Pro Natura Tier des Jahres 2026, igel-hilfe.ch, IUCN Red List 2024, igelzentrum.ch
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