Wildblumenwiese anlegen
Verwandle eine Rasenfläche in eine blühende Wildblumenwiese und schaffe damit einen der wertvollsten Lebensräume, die in der Schweiz verloren gegangen sind. Eine Wildblumenwiese summt, flattert und blüht von April bis Oktober – und braucht kaum Pflege.
In den letzten Jahrzehnten sind 90 % der artenreichen Blumenwiesen der Schweiz verschwunden. Mindestens 163 Insektenarten gelten als ausgestorben, in einzelnen Gebieten brachen Populationen um bis zu 75 % ein. Zwei Drittel aller Schweizer Schmetterlingsarten stehen auf der Roten Liste. Eine Wildblumenwiese von nur 10 m² kann über 50 verschiedene Pflanzenarten beherbergen.
Was wird benötigt
Einheimisches Wildblumen-Saatgut (regionaler Ökotyp, mehrjährig)
Schweizer Saatgut-Fachhandel, Bio-Baumschule
Sandmagererde (für nährstoffreiche Böden)
optionalGartencenter, Baustoffhandel
Rechen und Grabegabel
Bereits vorhanden
Feiner Quarzsand zum Mischen
optionalBaumarkt, Gartencenter
Schritt für Schritt
Bestehendes Gras vollständig entfernen
Steche den Rasen ab und entferne die Grasnarbe inklusive Wurzeln komplett. Halbgares Entfernen ist der häufigste Fehler – Gräser überwachsen Wildblumen innerhalb einer Saison.
Boden nährstoffarm machen
Wildblumen lieben magere Böden. Trage die obersten 10–15 cm Mutterboden ab und ersetze durch Sand-Kies-Gemisch – oder lass den Boden 1–2 Jahre aushagern.
Boden fein hacken und festigen
Hacke die Fläche fein auf, entferne Steine, und trete die Oberfläche leicht fest. Das Saatbett soll kompakt, aber nicht verdichtet sein.
Saatgut mit Sand mischen und aussäen
Mische das Saatgut 1:5 mit feinem Sand für gleichmässige Verteilung. Streue in zwei Durchgängen kreuzweise. Nicht einharken – nur leicht andrücken.
Im ersten Jahr beobachten, nicht jäten
Wildblumen keimen nach 4–8 Wochen, Unkraut nach 2–3 Wochen. Lerne die Keimlinge kennen bevor du eingreifst.
Foto aufnehmen & einreichen
Nimm ein Foto deiner abgeschlossenen Challenge auf und lade es hoch. Nach der Prüfung werden dir deine Punkte gutgeschrieben.
Nutzen für die Natur
Wildbienen (diverse Arten)
Finden ein breites Blütenangebot von April bis Oktober, besonders wichtig für pollenspezialistische Arten.
Schachbrettfalter (Melanargia galathea)
Braucht Gräser als Raupenfutterpflanzen und Wildblumennektar – beides bietet die Wiese.
Heuschrecken
Benötigen die abwechslungsreiche Vegetationsstruktur mit kurzem und langem Bewuchs.
Feldlerche (Alauda arvensis)
Nutzt ungemähte Bereiche als Bodenbrüter.
Profi-Tipps
Kaufe ausschliesslich Saatgut mit Herkunftsangabe «Schweizer Ökotyp» – Importsaatgut hat keine ökologischen Beziehungen zu einheimischen Insekten.
Lasse mindestens 20 % der Fläche gemäht und 80 % ungemäht – Strukturvielfalt ist entscheidend. Alle-auf-einmal-Mahd vernichtet alle Insekten gleichzeitig.
Dünge niemals – auch kein Kompost. Düngung verwandelt die Wildblumenwiese innerhalb von zwei Jahren in eine Graseinöde.
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